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Bildung, Kultur, Medien

24.02.2017 - Artikel

Stand: September 2018

Bildung

Schule und Erziehung haben in der costa-ricanischen Politik einen hohen Stellenwert. So wurde anlässlich der Abschaffung der Streitkräfte durch die Verfassung von 1949 entschieden, dass der bis dahin für das Militär ausgegebene Betrag (rund 8 % des Bruttoinlandsproduktes) künftig für Schule und Ausbildung vorzusehen sei.

Der Bildungsstand ist, bezogen auf Lateinamerika, aber auch im weltweiten Vergleich, relativ hoch und das Schul- und Ausbildungssystem weit entwickelt. Die Alphabetisierungsrate liegt bei 97%. Knapp 89% aller schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen besuchen staatliche und damit kostenlose Schulen, nur etwa 11% private oder halbprivate Bildungseinrichtungen. Die Grundschule (primaria) dauert sechs Jahre und ihr Besuch ist Pflicht; danach kann eine weiterführende Schule (secundaria) besucht werden, deren Abschluss Voraussetzung zur Zulassung zum Studium an den Universitäten ist.

Fremdsprachenunterricht wird vor allem in der englischen Sprache erteilt. Offiziell wird auch Französisch und neuerdings Portugiesisch und Mandarin gelehrt. Deutsch wird vor allem an der Humboldt- Schule sowie an drei weiteren Schulen im Großraum San José unterrichtet.

Es gibt 5 staatliche und etwa 50 private Universitäten in Costa Rica. Die staatlichen sowie einige der privaten Hochschulen und Universitäten arbeiten und unterrichten auf einem hohem Niveau; die Zusammenarbeit mit Universitäten anderer Länder (insbesondere USA und Europa) ist weit entwickelt. In einigen Forschungsbereichen (z.B. Biowissenschaften) werden Spitzenleistungen erreicht. Die deutsche MPG hat 2017 eine formalisierte Zusammenarbeit mit costa-ricanischen Forschungseinrichtungen aufgenommen.

Kultur

Eine eigenständige costa-ricanische Kultur entwickelte sich erst nach der Unabhängigkeit des Landes im Jahre 1821. Angesichts des sehr geringen indigenen und afrikanischen Bevölkerungsanteiles waren vor allem europäische Einflüsse prägend.

Heute spielt der US-amerikanische Einfluss eine starke Rolle. In der Hauptstadt San José gibt es eine recht aktive Kulturszene europäischer Prägung mit jährlichen Kulturfestivals, mehreren Theatern, einem sehr guten Symphonie - sowie einigen kleineren Orchestern, Museen, Galerien und guten Tanzensembles. Diese Kulturszene ist international gut vernetzt, nicht zuletzt weil viele Künstler im Ausland - auch in Deutschland - studiert haben.

USA, Frankreich, Spanien  und Mexiko sind mit eigenen Kulturzentren präsent, Deutschland unterhält ein Goethe-Zentrum, dessen Sprachkurse  sich großer Nachfrage erfreuen.

Medien

Costa Rica zählt zu den führenden Ländern in der Region mit einer weitgehend gesicherten Presse- und Meinungsfreiheit.

Die „Grupo Nación“ ist das führende Verlagshaus für Printmedien. Sie gibt die Tageszeitung „La Nación“ (Aufl. 90.000) sowie die wöchentlich erscheinende Wirtschaftszeitung „El Financiero“ (Aufl. 15.000) heraus. Als zweite wichtige Tageszeitung hinter „La Nación“ folgt mit großem Abstand „La República“ (Aufl. 26.000), mit liberaler Ausrichtung. Die englischsprachige Wochenzeitung “Tico Times“ erscheint seit 2012 nur online. Erheblichen Einfluss hat das Massenblatt „Diario Extra“ (Auflage 150.000). Die Medienlandschaft wird ferner durch zwei große Fernsehhäuser bestimmt: Teletica strahlt den Sender „Canal 7“ aus (Partner der Deutschen Welle); der Sender macht ein Programm für Jung und Alt und ist seriös, konservativ und katholisch orientiert. Das Unternehmen Repretel betreibt die Programme Canal 4, Canal 6 und Canal 11.

Neue Formen der Kommunikation und sozialen Vernetzung wie Facebook und Twitter spielen eine immer wichtigere Rolle in Costa Rica. Der Präsidentschaftswahlkampf 2018 etwa spielte sich zu großen Teilen besonders im Netz ab.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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